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Valladolid, Mérida, Palenque - Eine Reise durch Mexikos Vergangenheit

Dem Sturm entfliehen - das war unsere Zielsetzung. Also kaufte ich mir ein Ticket für eine Fahrt mit dem ADO-Bus ins mexikanische Hinterland nach Valladolid. Im Übrigen ist das mexikanische Fernbusliniennetz hervorragend ausgebaut. Mit dem Bus (Klimaanlage und WLAN inklusive) kann man so gut wie jede größere Stadt erreichen. Allerdings muss man wegen der Größe des Landes auch genug Sitzfleisch mitbringen.


In Valladolid angekommen wartete ich am Busbahnhof auf meine Mitreisenden Majorie (aus Kanada) und Marissa (aus Missouri, USA). Zusammen nahmen wir uns ein Zimmer im Hostel 'Tunich Naj'. Länger als eine Nacht hielten wir es dort allerdings nicht aus. Aufgrund des Hurricanes in der Region Cancún war in einigen Teilen der Stadt Valladolid die Elektrizität mehrtägig ausgefallen. Keine Elektrizität bedeutete keine Dusche, keine Toilettenspülung und keinen funktionierenden Kühlschrank. Glücklicherweise waren Freunde von uns aus Cancún ebenfalls in der Stadt und wir buchten uns in ein komfortables Airbnb-Apartment.



Die folgenden Tage waren ein großer Spaß. Sightseeing von spanischer Architektur in Valladolid wechselte sich mit einem Ausflug ins Grüne ab. Wir besuchten zudem die Cenote Ozman. Eine Cenote ist eine Karsthöhle mit Grundwasserzugang.


Am 7. Oktober wechselten wir die Stadt und es ging mit einem Collectivo (Gruppentaxi) nach Mérida. Ähnlich wie Valladolid ist Mérida geprägt durch kolonial-herrschaftliche Architektur. Die Stadt ist mit rund 700.000 Einwohnern aber recht groß und zudem Hauptstadt des Bundesstaates Yucatan. Unserem Hostel, dem 'El Tigre de Santiago', kann ich viel abgewinnen. Das Ambiente ist schön, die Räume sind sauber und der Rezeptionist gibt uns gute Tipps für das Sightseeing. Leider sind durch die recht strengen Corona-Maßnahmen viele Geschäfte und Bars geschlossen, was der Stadt einen schläfrigen Charakter verleiht. Im Ergebnis verlegten wir die Party, selbstverständlich mit genug Tequila, ins Hostel. Dort lernte ich zwei US-Amerikaner kennen, die das Reisen und das mobile Arbeiten zu einem Lifestyle gemacht haben und für eine Software-Firma aus Kalifornien arbeiten.


Der Abschied von Christian und Daniel, beide Mexikaner, fiel mir sehr schwer. Zum Glück werden wir uns wohl im Bundesstaat Puebla oder Mexico City wiedersehen.


Am 09.10. trat ich die Weiterreise nach Palenque im Bundesstaat Chiapas an. Die Busreise war strapaziös: 12 Stunden! Angesichts der Größe des Landes aber vollkommen normal und unabwendbar, wie mir meine Mitreisenden versicherten.


Die Stadt Palenque liegt vor den Ausläufern der zentralmexikanischen Gebirgszüge. Das Klima ist immer noch heiß und schwül, aber schon etwas milder als in den Küstenregionen. Im Hostel angekommen treffe ich auf drei Europäer aus den Niederlanden und Frankreich. Mir wird ein freundlicher Empfang mit - du ahnst es schon - Tequila geboten.


Am Folgetag machen wir uns direkt ans Werk und besuchen die bis zu 2000 Jahre alten Maya-Ruinen.



Unser Guide José erzählt uns, wie die Maya über die Jahrhunderte die Wälder abholzen mussten, um Baustoffe und Holzkohle für ihre majestätischen Bauvorhaben zu gewinnen. Das Areal in Palenque ist riesig, ganze Tempelanlagen sind nach wie vor vom Wald überwuchert. Erst 5% der Anlage sind zugänglich, für den Erhalt und die Erschließung der restlichen 95% fehlen schlicht die Mittel, so erzählt es uns José. Ich fühle mich beim Rundgang zwischen den Ruinen an die ägyptischen Pyramiden erinnert. Schon merkwürdig, dass zeitgleich, in verschiedenen Teilen der Erde und voneinander unabhängig, solche Bauwerke errichtet werden konnten. Das Wissen, welches die Maya in den Bereichen Architektur, Stadtplanung, Mathematik und Astronomie besaßen, ist äußerst beeindruckend.


An dieser Stelle sei angemerkt, dass sich ein Fremdenführer bei solchen Rundgängen auf jeden Fall lohnt. Man erfährt spannende Hintergrundinformationen, die man sich alleine so wohl nicht erschließen könnte.


Nach Rückkehr ins sehr gemütliche Hostel aßen wir mexikanische Hamburger in einem naheliegenden Restaurant, spielten eine Runde Billard und tranken ein paar Bier.


Am 13.Oktober machten wir uns dann auf den Weg in die Berge.

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